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08.09.2026 14:43
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Labor einrichten: Der Guide für sichere und effiziente Laborarbeitsplätze
Inhalte:
Sie möchten ein neues Labor einrichten oder Ihre bestehende Laboreinrichtung planen? Auf der einen Seite müssen zahlreiche Normen und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden, auf der anderen Seite soll der tägliche Betrieb wirtschaftlich und reibungslos laufen. Keine leichte Aufgabe – aber mit der richtigen Planung gut zu meistern.
Erfahren Sie, wie Sie Ergonomie, modernste Lüftungstechnik und effiziente Arbeitsabläufe wirtschaftlich vereinen. Dieser Ratgeber führt Sie zielsicher durch alle Planungsphasen.
Die fünf Phasen der Laborplanung: Vom Konzept bis zur Abnahme
Eine strukturierte Vorgehensweise schützt Sie vor teuren Fehlern. Teilen Sie Ihr Projekt in fünf klare Phasen ein:
1
Bedarfsanalyse: Erstellen Sie das Nutzeranforderungsprogramm. Sprechen Sie mit der Laborleitung, um chemische/biologische Prozesse, Geräteplatz und Arbeitsabläufe detailliert zu erfassen.
2
Vorentwurf: Architekten und Planer zeichnen erste Grundrisse und trennen Schreibarbeitsplätze strikt von nasschemischen Bereichen, um teure Lüftungsfläche zu sparen.
3
Detaillierter Entwurf: Planung der technischen Gebäudeausrüstung (Gase, Strom, Wasser, Abluftleitungen) auf präzise Positionen.
4
Ausführung: Fachkräfte installieren die ausgewählten Labormöbel, montieren Abzüge und schließen alle Leitungen an.
5
Offizielle Abnahme: Unabhängige Prüfer kontrollieren sämtliche Sicherheitsfunktionen, bevor das Labor in Betrieb geht.
Laborplanung: Richtlinien und gesetzliche Vorschriften
Die Sicherheit Ihrer Angestellten steht im Labor an erster Stelle. Die wichtigste Richtlinie für den Umgang mit Gefahrstoffen ist die TRGS 526. Auch die Arbeitsstättenverordnung stellt präzise Bedingungen an die Räumlichkeiten:
- Mindestmaße: Ein Laborraum muss mindestens eine Grundfläche von 8m² und eine lichte Deckenhöhe von 2,5 Metern aufweisen.
- Luftraum pro Person: Bei sitzender Tätigkeit sind 12m³ vorgeschrieben, bei stehender Arbeit 15m³ und bei schwerer körperlicher Arbeit 18m³.
- Türen & Wände: Labortüren müssen ein Sichtfenster haben und stets in Fluchtrichtung nach außen aufschlagen. Wände und Fußböden müssen glatt, leicht zu reinigen sowie wasserdicht, fugenlos und rutschhemmend sein (z. B. keramische Fliesen).
- Beleuchtung: Je nach Tätigkeit schreibt die Arbeitsstättenverordnung Beleuchtungsstärken von 500 Lux (allgemeine Labortätigkeiten) bis über 1.000 Lux (Präzisionsarbeiten, Feinjustierungen) vor.
- Barrierefreiheit: Ausreichende Bewegungsflächen und anpassbare Arbeitshöhen sind je nach Betrieb Pflicht und sollten bereits bei der Grundrissplanung mitgedacht werden.
Fünf Kriterien für den Einkauf der Laborausstattung:
1
Zertifikate: Achten Sie penibel auf das GS-Zeichen und die Einhaltung relevanter DIN-Normen.
2
Erweiterbarkeit: Wählen Sie modulare Möbelsysteme für zukünftige Anpassungen.
3
Ergonomie: Investieren Sie in gesundheitsfördernde Stühle und höhenverstellbare Tische.
4
Beständigkeit: Passen Sie die Oberflächenmaterialien exakt an Ihre chemischen Anforderungen an.
5
Service: Bevorzugen Sie Anbieter mit langer Ersatzteilgarantie und fachgerechter Montage.
Schnittstelle Ergonomie: Den Laborarbeitsplatz einrichten
Wer im Labor arbeitet, verbringt oft viele Stunden in einer starren Haltung. Höhenverstellbare Labortische ermöglichen den gesunden Wechsel zwischen Sitzen und Stehen.
Gewöhnliche Bürostühle sind im Labor ungeeignet. Laborstühle müssen fugenarm konstruiert, leicht desinfizierbar und resistent gegen Flüssigkeiten sein. Zudem müssen sie optimalen Halt bei leicht nach vorne geneigter Sitzposition bieten. Für schnelle Stehtätigkeiten eignen sich mobile Laborhocker oder ergonomische Stehhilfen.
Gewöhnliche Bürostühle sind im Labor ungeeignet. Laborstühle müssen fugenarm konstruiert, leicht desinfizierbar und resistent gegen Flüssigkeiten sein. Zudem müssen sie optimalen Halt bei leicht nach vorne geneigter Sitzposition bieten. Für schnelle Stehtätigkeiten eignen sich mobile Laborhocker oder ergonomische Stehhilfen.
Die richtige Tischplatte wählen: Materialkunde
Die Tischplatte ist der am stärksten beanspruchte Teil der Labormöbel. Wählen Sie das Material passend zu Ihren täglichen Aufgaben:
| Material | Eigenschaften | Bestes Einsatzgebiet |
| Technische Keramik | Extrem kratzfest, absolute Beständigkeit gegen Säuren/Laugen; stoßempfindlich. | Chemische Labore mit hoher Säurebelastung |
| Edelstahl | Porenfrei, hygienisch und leicht zu desinfizieren. | Biologische Labore und Reinräume |
| Epoxidharz | Sehr widerstandsfähig gegen Chemikalien und Hitze, komplett fugenlos. | Nassbereiche |
| Trespa (HPL) | Äußerst robust und kratzfest. | Physikalische Labore, trockene Analytik |
| Melaminharz | Kostengünstig und bewährt. | Einfache Tätigkeiten ohne aggressive Stoffe/Hitze |
Ordnung und Stauraum im Labor schaffen
Ein aufgeräumtes Labor ist nicht nur übersichtlicher, sondern auch sicherer. Folgende Elemente helfen dabei:
- Gefahrstoffschränke und Regalsysteme für die geordnete, gefahrenklassengetrennte Lagerung.
- Beschriftungssysteme für Proben, Reagenzien und Chemikalienbehälter – sorgen für Nachvollziehbarkeit und vermeiden Verwechslungen.
- Mobile Beistellwagen und Rollcontainer für flexible, griffbereite Aufbewahrung direkt am Arbeitsplatz.
- Regelmäßiges Aufräumen und klare Zuständigkeiten – auch das beste Ablagesystem hilft nur, wenn es im Alltag konsequent genutzt wird.
Sicherheitsausstattung und Gefahrstofflagerung
Ein sicheres Labor braucht mehr als nur einen guten Abzug. Zur Pflichtausstattung gehören:
- Sicherheitsschränke für Gefahrstoffe: Chemikalien müssen nach DIN EN 14470-1 und TRGS 510 sicher, feuerbeständig und getrennt nach Gefahrenklassen gelagert werden.
- Notfallausstattung: Augenduschen bzw. Notfallduschen, Erste-Hilfe-Kästen und Feuerlöscher gehören in Reichweite jedes Laborarbeitsplatzes und sind gemäß DGUV Information 213-850 vorzuhalten.
- Kennzeichnung von Gefahrenbereichen: Fluchtwege, PSA-Pflichtbereiche und Sperrzonen lassen sich – ähnlich wie in Lagerhallen – auch im Labor übersichtlich per Bodenmarkierung kennzeichnen.
Die Schlüsselkomponenten: Lüftungstechnik und Medienversorgung
Die Belüftung ist das Herzstück der Arbeitssicherheit. In chemischen Laboren ist ein achtfacher Luftwechsel pro Stunde (nach DIN 1946-7 und TRGS 526) Standard, um gefährliche Gaskonzentrationen zu verhindern.
Da dieser permanente Luftwechsel viel Energie verbraucht, setzen moderne Unternehmen auf variable Volumenstromregler an den Laborabzügen. Diese drosseln die Leistung automatisch bei geschlossenem Frontschiebeglas und senken die Energiekosten um bis zu 50 Prozent.
Für maximale Flexibilität bei der Medienversorgung (Gas, Wasser, Strom) empfiehlt sich statt starrer Wandleitungen der Einsatz von flexiblen Deckenanschlüssen oder Medienflügeln direkt über den Labortischen.
Da dieser permanente Luftwechsel viel Energie verbraucht, setzen moderne Unternehmen auf variable Volumenstromregler an den Laborabzügen. Diese drosseln die Leistung automatisch bei geschlossenem Frontschiebeglas und senken die Energiekosten um bis zu 50 Prozent.
Für maximale Flexibilität bei der Medienversorgung (Gas, Wasser, Strom) empfiehlt sich statt starrer Wandleitungen der Einsatz von flexiblen Deckenanschlüssen oder Medienflügeln direkt über den Labortischen.
Umluft vs. Abluft bei Laborabzügen: Eine Richtungsentscheidung
Der Laborabzug schützt Ihre Mitarbeitenden vor giftigen Dämpfen. Hier stehen Sie vor einer technischen Entscheidung:
| Kriterium | Abluftabzug (DIN EN 14175) | Umluftabzug |
| Funktionsweise | Leitet kontaminierte Luft über ein Rohrsystem nach draußen | Filtert Gase über Aktivkohlefilter, Luft bleibt im Raum |
| Sicherheit | Sicherste Lösung bei wechselnden/unbekannten Gefahrstoffen | Nicht für alle Chemikalien zugelassen |
| Energiekosten | Hoch, da permanenter Luftaustausch nach außen | Niedriger, da Heizenergie im Raum bleibt |
| Installation | Aufwendig, eigenes Rohrsystem nötig | Einfacher, keine Gebäudedurchführung nötig |
| Wartung | Geringer laufender Aufwand | Regelmäßiger Filterwechsel nötig |
Kosten der Laborplanung: Mit welchem Budget müssen Sie kalkulieren?
Die Kosten hängen stark von der Sicherheitsstufe und der technischen Ausstattung ab:
- Einfache Analytiklabore: Starten oft bei etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter.
- Komplexe nasschemische/biologische Labore: Kosten meist zwischen 3.500 und über 6.000 Euro pro Quadratmeter, da die technische Gebäudeausrüstung der größte Kostentreiber ist.
Fazit: Ihre sichere Laboreinrichtung mit System
Ein Labor einrichten erfordert ein tiefes Verständnis für Normen, Ergonomie und technische Abläufe. Nur wenn alle Komponenten perfekt ineinandergreifen, entsteht ein sicherer und produktiver Arbeitsplatz. Vermeiden Sie kostspielige Fehler durch eine herstellerunabhängige und bedarfsgerechte Beratung.
Schäfer Shop steht Ihnen partnerschaftlich zur Seite. Wir bieten Ihnen hochwertige, langlebige Labormöbel, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Kontaktieren Sie unsere Expert:innen für Raumplanung für eine persönliche und unverbindliche Beratung!
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Häufig gestellte Fragen zur Laboreinrichtung
Welche Vorschriften gelten beim Einrichten eines Labors?
In Deutschland gelten vor allem die TRGS 526, die Arbeitsstättenverordnung, die DGUV Information 213-850 sowie die europäische Norm DIN EN 14175 für Laborabzüge.
Was ist der Unterschied zwischen einem Umluftabzug und einem Abluftabzug?
Ein Abluftabzug leitet Schadstoffe über Rohre nach draußen ab (sicher, aber energieintensiv). Ein Umluftabzug filtert die Luft über Aktivkohle und führt sie zurück in den Raum (energiesparend, aber wartungsintensiv).
Müssen Laborabzüge regelmäßig geprüft werden?
Ja. Laborabzüge und lüftungstechnische Anlagen unterliegen wiederkehrenden Prüfpflichten nach TRGS 526 und Betriebssicherheitsverordnung – nicht nur einer einmaligen Abnahme bei Inbetriebnahme.
Wer darf ein Labor planen?
Aufgrund der gesetzlichen Auflagen und der technischen Komplexität sollten Sie immer erfahrene Fachplaner (ein Team aus Architekten, TGA-Spezialisten und Einrichtungs-Experten) hinzuziehen.
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