Mitarbeiter scannt Barcode-Etikett am Hochregal im Lager
Geändert am : 16.10.2026 05:45
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Lagerkennzeichnung: So beschriften Sie Ihre Regale effizient


Eine klare Lagerplatzbeschriftung sorgt für Orientierung, verkürzt Wege und unterstützt reibungslose Abläufe. Mitarbeitende finden Artikel schneller, Kommissionierfehler nehmen ab und der Materialfluss wird spürbar effizienter.

Dabei funktioniert eine durchdachte Kennzeichnung wie ein zuverlässiger Navigator durch Regale, Gänge und Lagerbereiche. Logische Nummerierungen, gut lesbare Schilder und passende Kennzeichnungsmaterialien helfen Ihrem Team, sich jederzeit sicher zurechtzufinden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie eine systematische Lagerkennzeichnung aufbauen, welche Materialien sich für unterschiedliche Einsatzbereiche eignen und welche gesetzlichen Vorgaben zu beachten sind. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie digitale Lösungen dabei helfen, Lagerprozesse weiter zu optimieren.

Die logische Lagerplatznummerierung: Das Fundament der Effizienz

Um eine verlässliche Struktur zu schaffen, benötigen Sie ein klares System. Eine ungeordnete Beschriftung führt schnell zu Missverständnissen. Der Aufbau der Lagerplatznummerierung folgt daher immer dem Prinzip vom Großen zum Kleinen. Sie teilen Ihr Lager in überschaubare Einheiten auf.

Das gängigste Modell nutzt eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben. So entsteht eine eindeutige Koordinate für jeden einzelnen Stellplatz. Diese Struktur lässt sich einfach digitalisieren. Sie passt sich flexibel an wachsende Sortimente an. Auch neue Arbeitskräfte finden sich so sofort zurecht.

Der Aufbau einer klassischen Koordinate

Betrachten wir ein konkretes Beispiel. Die Koordinate „03-12-04-02" wirkt auf den ersten Blick abstrakt. Für die Kommissioniererinnen und Kommissionierer ist sie jedoch ein präziser Wegweiser. Die erste Zifferngruppe „03" bezeichnet den Lagergang. Die Zahl „12" steht für die genaue Regalzeile.

Die Ziffer „04" markiert die Regalebene in der Vertikalen. Die letzte Zahl „02" zeigt schließlich den konkreten Stellplatz im Fachbodenregal. Durch diese Struktur weiß jede Arbeitskraft sofort, wohin der Weg führt. Das spart wertvolle Sekunden bei jedem einzelnen Pickvorgang.

Praxistipp: Vergeben Sie ungerade Gangnummern für die linke und gerade Nummern für die rechte Regalseite. So erkennt Ihr Team allein an der Zahl, in welche Richtung es sich wenden muss – ein zusätzlicher Zeitgewinn bei jedem Pickvorgang.

Betreiben Sie mehrere Hallen oder Standorte, empfiehlt sich zusätzlich ein vorangestelltes Hallen- oder Standortkürzel (zum Beispiel „H1-03-12-04-02"). Für ein einzelnes Lager ist das nicht nötig, bei wachsender Betriebsgröße erspart es Ihnen aber eine spätere Umstrukturierung der gesamten Systematik.

Warum führende Nullen für Ihre Software entscheidend sind

Nutzen Sie bei der Nummerierung immer führende Nullen. Schreiben Sie also „01" statt der einfachen „1". Dieser kleine Unterschied ist für Ihr Warehouse Management System, kurz WMS, von entscheidender Bedeutung. Viele Softwareprogramme sortieren Daten rein alphanumerisch.

Ohne führende Nullen folgt auf die Zahl 1 direkt die 10. Das verwirrt die Software und bringt Ihre Routenplanung durcheinander. Mit zweistelligen Zahlenreihen bleibt die logische Reihenfolge im System stets gewahrt. So funktioniert Ihre digitale Routenoptimierung fehlerfrei.

Die Materialfrage: Robustheit trifft auf Flexibilität

Die beste Systematik nützt wenig, wenn die Etiketten nicht lesbar sind. Im harten Lageralltag müssen Hinweisschilder viel aushalten. Staub, Feuchtigkeit und mechanische Belastungen beanspruchen das Material. Daher sollten Sie die Kennzeichnung präzise auf Ihre Lagerumgebung abstimmen.

Für jeden Lagerbereich gibt es passende Lösungen. Jedes Material hat seine spezifischen Stärken für bestimmte Lagerbereiche. Die richtige Auswahl schützt vor vorzeitigem Verschleiß. Sie sichert die dauerhafte Lesbarkeit Ihrer Barcodes.

  • Magnetfolie und Magnetschilder: Diese eignen sich hervorragend für dynamische Lager. Sie können die Schilder bei Sortimentswechseln mühelos und rückstandsfrei verschieben.
  • Selbstklebende Etiketten: Sie haften dauerhaft auf fast allen Oberflächen. Sie sind ideal für raue Industrieumgebungen und feste Lagerplätze.
  • Scannerschienen und C-Profile: Diese schützen eingelegte Papierstreifen vor Schmutz und Staub. Sie erleichtern das schnelle Austauschen von Etiketten per Hand.
  • Retroreflektierende Schilder: Diese Spezialschilder reflektieren das Licht von Scannern intensiv. Sie ermöglichen fehlerfreie Scans aus bis zu 15 Metern Entfernung im Hochregallager.

Wählen Sie das Material sorgfältig aus. Im Tiefkühllager benötigen Sie beispielsweise kältebeständige Klebstoffe. In der Produktion müssen die Schilder oft resistent gegen Öle und Fette sein. Eine langlebige Lagerplatzbeschriftung spart Ihnen langfristig hohe Nachdruckkosten.

Gesetzliche Pflichten: Sicherheit durch Kennzeichnung

Bei der Lagerkennzeichnung geht es nicht nur um Schnelligkeit. Die Sicherheit Ihrer Beschäftigten steht immer an erster Stelle. Sie sorgt für Transparenz bei internen und externen Prüfungen. Zudem schafft sie Vertrauen bei Ihren Angestellten und Partnern. In Deutschland gelten hierfür strenge gesetzliche Vorschriften. Als Lagerbetreiberin oder Lagerbetreiber gilt es, diese einzuhalten.

Die Relevanz der DGUV Information 208-061

Die frühere DGUV Regel 108-007 bildete lange das rechtliche Fundament für Lagereinrichtungen. Sie wurde inzwischen durch die DGUV Information 208-061 „Lagereinrichtungen und Ladungsträger" ersetzt, die inhaltlich darauf aufbaut. Sie schreibt unter anderem vor, dass jedes gewerblich genutzte Regal eindeutig gekennzeichnet sein muss. Sie müssen maximale Fach- und Feldlasten gut sichtbar ausweisen.

Diese Traglastschilder verhindern eine gefährliche Überladung der Regalsysteme. Bei Missachtung drohen Ihnen im Schadensfall empfindliche Strafen der Berufsgenossenschaften. Zudem gefährden unmarkierte Regale die Gesundheit Ihres Teams. Sorgen Sie hier stets für absolute Klarheit. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Schilder noch die aktuell gültige Regelwerksnummer referenzieren.

Die DIN EN 15635 im Blick behalten

Zusätzlich fordert die europäische Norm DIN EN 15635 eine jährliche Regalprüfung. Eine zertifizierte Fachkraft kontrolliert dabei alle Lagersysteme auf Beschädigungen. Eine lückenlose Regalbeschriftung im Lager erleichtert diese Inspektion enorm.

Jedes Regal lässt sich sofort identifizieren. Mängel können Sie im Prüfprotokoll exakt dem betroffenen Bauteil zuordnen. So beschleunigen Sie die Reparatur und sichern den laufenden Betrieb ab. Sie erfüllen damit alle gesetzlichen Sorgfaltspflichten mühelos.

Gefahrstoffkennzeichnung nicht vergessen

Lagern Sie Chemikalien, Reinigungsmittel oder andere gefährliche Stoffe, greift zusätzlich die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in Verbindung mit der TRGS 201. Diese schreibt vor, Lagerbereiche und Gebinde eindeutig mit den entsprechenden GHS-Gefahrensymbolen zu kennzeichnen. Kombinieren Sie diese Kennzeichnung sinnvoll mit Ihrer regulären Lagerplatzbeschriftung, damit auf einen Blick erkennbar ist, welche Sicherheitsvorkehrungen an welchem Stellplatz gelten.

Flucht- und Rettungswege eindeutig kennzeichnen

Neben der Regal- und Gefahrstoffkennzeichnung dürfen Sie die Flucht- und Rettungswege im Lager nicht vernachlässigen. Diese müssen normgerecht und jederzeit gut sichtbar beschildert sein, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht. Halten Sie die Wege dauerhaft frei von Regalen, Paletten oder Lagergut, das die Beschilderung verdeckt.

Vom Aufkleber zum Datenstrom: Die digitale Integration

Die physische Beschriftung bildet die Brücke zu Ihrer digitalen Warenwirtschaft. Moderne Logistikzentren verzichten heute komplett auf Papierlisten. Stattdessen nutzt das Team mobile Datenerfassungsgeräte, kurz MDE-Geräte. Das minimiert die Fehlerquote bei der täglichen Arbeit.

Jeder Scan gleicht den physischen Bestand in Echtzeit mit der Software ab. So wissen Sie immer exakt, welche Ware wo liegt. Das erleichtert die Inventur und verhindert Lieferengpässe.

Barcodes und die clevere Prüfziffer

Ein Standard-Barcode wie der Code 128 transportiert die Lagerkoordinate direkt in das System. Um Übertragungsfehler zu vermeiden, hilft eine mathematische Absicherung. Durch die sogenannte Prüfziffer erkennt das System sofort, ob ein Scan korrekt war.

Tippt eine Kraft die Nummer manuell falsch ein, blockiert das System die Eingabe. Dies verhindert Fehlbuchungen und falsche Einlagerungen im System. Das Modulo-Verfahren stellt diese Sicherheit im Hintergrund vollautomatisch her.

  • 1D-Barcodes: Der klassische Linien-Barcode für einfache Scans. Er ist kostengünstig und wird von jedem Standard-Scanner blitzschnell erfasst.
  • 2D-Codes: QR-Codes oder DataMatrix-Codes speichern extrem viele Daten auf kleinstem Raum. Sie sind auch bei leichter Beschädigung noch fehlerfrei lesbar.
  • RFID-Technologie: Diese ermöglicht das berührungslose Auslesen per Funk über größere Distanzen. Sie ist ideal für automatisierte Prozesse, aber in der Anschaffung teurer.
  • E-Ink-Displays: Elektronische Regaletiketten passen sich automatisch an. Sie ändern den angezeigten Text in Echtzeit direkt über das angebundene WMS.

Die Kombination aus digitaler Erfassung und physischer Kennzeichnung optimiert Ihre Arbeitsabläufe. Sie führen neue Teammitglieder in kürzester Zeit ein. Die Fehlerquote bei der Kommissionierung sinkt nahezu auf null. Ihr gesamtes System arbeitet deutlich produktiver.

Fazit: Struktur im Lager sichert Ihren Unternehmenserfolg

Eine professionelle Lagerkennzeichnung ist weit mehr als nur ein optisches Detail. Sie bildet das zentrale Nervensystem Ihrer gesamten Intralogistik. Durch eine systematische Lagerbeschriftung erstellen Sie klare Abläufe und reduzieren Suchzeiten drastisch. Sie schonen die Kräfte Ihres Teams und steigern gleichzeitig die Lieferqualität Ihres Betriebs.

Gehen Sie keine Kompromisse bei Sicherheit und Effizienz ein. Eine gut geplante, systematische Regalbeschriftung bringt dauerhaft Ordnung in Ihr Lager – und schafft die Basis für reibungslose Abläufe im gesamten Betrieb.

Häufige Fragen zur Lagerkennzeichnung

Wie baut man eine logische Lagerplatznummerierung auf?

Ein logischer Aufbau erfolgt immer vom Großen zum Kleinen.

Teilen Sie Ihr Lager zuerst in Gänge ein. Nutzen Sie dafür am besten Buchstaben. Nummerieren Sie anschließend die Regalzeilen und Regalebenen mit Zahlen. Verwenden Sie stets führende Nullen.

So lautet eine Koordinate beispielsweise A-04-03. Das steht für Gang A, Regalzeile 04 und die dritte Ebene. Diese Systematik versteht jede Arbeitskraft sofort ohne lange Einarbeitung.

Welche Schriftgröße muss eine Regalbeschriftung im Lager haben?

Die optimale Schriftgröße hängt direkt von der Leseentfernung ab. Im normalen Fachbodenregal reicht eine Schrifthöhe von wenigen Millimetern aus. Bei einem Abstand von einem Meter sollten die Zeichen mindestens vier bis fünf Millimeter hoch sein.

Im Hochregallager sieht das anders aus. Für Scans aus großer Distanz benötigen Sie Schilder mit einer Schrifthöhe von 50 bis 80 Millimetern. Nur so bleibt die Beschriftung auch von der Staplerkabine aus gut lesbar.

Was schreibt die DGUV für die Kennzeichnung von Regalen vor?

Laut der DGUV Information 208-061 (die aus der zurückgezogenen DGUV Regel 108-007 hervorgegangen ist) müssen gewerblich genutzte Regale eindeutig gekennzeichnet sein. Sie müssen Traglastenplaketten anbringen. Diese müssen Angaben zum Hersteller, zum Typ und zu den maximalen Lasten enthalten. Zudem fordert die DIN EN 15635 eine klare Kennzeichnung für die jährliche Sicherheitsprüfung.

Kann ich Lageretiketten selbst drucken oder sollte ich sie kaufen?

Lagerbereiche können Sie einfache Etiketten oft selbst drucken. Hochwertige Thermotransferdrucker liefern hier gute Ergebnisse. Für anspruchsvolle Industrieumgebungen empfiehlt sich jedoch der Kauf professioneller Kennzeichnungen. Vorkonfektionierte Magnetschilder oder robuste Spezialfolien halten mechanischen Belastungen deutlich besser stand. Sie bleiben über viele Jahre hinweg lesbar und scanbar.